![]() Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweiz haben wir uns entschlossen, im Rahmen unserer Galerie einen Beitrag zu leisten in Form einer Ausstellung, in der wir Schweizer Künstler des 18. bis 20. Jahrhunderts zeigen. Der glückliche Zufall wollte es. dass wir diese Ausstellung auch in Zuoz im "Chesa Planta", der Stiftung der Familie von Planta, vom 26. Juli 1991 bis 18. August einem weiteren Publikum vorstellen können. Danach ist sie vom 29. August bis 21. September in Zürich in unseren Galerieräumlichkeiten zu sehen. Den Schwerpunkt der Ausstellung haben wir auf die Landschaftsmalerei gelegt, zu der Schweizer Künstler Wesentliches beitrugen. Sie haben erstmals mit der idealisierenden Sichtweise der Natur des 17./18. Jhs. gebrochen und den Weg geebnet "für die freie Erfassung des Stimmungsgehaltes eines bestimmten, realistisch gesehenen Landschaftsausschnittes". Für diese Entwicklung ist in der Schweiz besonders Caspar Wolf zu nennen. Er gehört mit seinem zentralen Oeuvre zu den Wegbereitern des Landschaftsrealismus des 19. Jhs. Sein Werk wird mit Recht zu den Marksteinen der realistischen Alpendarstellungen gezählt. Wir beginnen unsere Ausstellung mit drei bedeutenden Werken dieses "Pioniers der Hochgebirgsmalerei". Weiter zeigen wir Werke von namhaften Zeitgenossen wie Angelica Kaufmann, Pierre Louis De la Rive und Maximilien de Meuron, Künstler, die man ebenfalls in die Reihe der Wegbereiter für das kommende Jahrhundert stellen muss, in dem dann die Blüte der eigentlichen Schweizer Malerei begann. Die romantisch-realistische Gebirgsmalerei wird repräsentiert durch ihre beiden Hauptvertreter François Diday und Alexandre Calame, und auch von Karl Girardet. Robert Zünd vertritt mit seinem Werk eine sich wandelnde Landschaftsauffassung, zu der sich parallel eine von den Nazarenern geprägte, religiöse Richtung um Melchior P. von Deschwanden entwickelte, zu der hier .Severin Benz und Joseph Borrer zu rechnen sind. In der Gattung des Genres zeigen wir zwei Gemälde seines bedeutendsten Darstellers Albert Anker. Zu sehen sind auch Bilder von Künstlern, die weniger in der Schweiz, als vielmehr in anderen Ländern zu Ruhm und Ehre gelangten, wo sie sich auch hauptsächlich aufhielten, wie etwa Edmond Jean de Pury und der später dann so ziemlich in Vergessenheit geratene Johann Jakob Frey. Als Kernpunkt unserer Ausstellung konnten wir Künstler auswählen, die nicht nur in der Schweiz als Wegbereiter der Moderne angesehen werden. Trotz aller Modernität kommt in ihren Werken doch noch eine volksverbundene, die humanistischen Positionen wahrende Eigenart zum Ausdruck, die eben als typisch schweizerisch gilt. Auch haben sie alle die lichte Bergwelt des Engadins dargestellt: Ferdinand Hodler, der in formgespannten, streng pathetischen Kompositionen die Historien- und monumentale Wandmalerei erneuerte; Cuno Amiet, neben Hodler der Pionier der eigentlichen Schweizer Malerei des 20. Jahrhundert, der auch einen großen Einfluß auf den deutschen Expressionismus ausübte; Giovanni Giacometti, ein Schweizerischer Impressionist, der in lichten und farbenfrohen Bildern besonders seine Heimat, das Engadin, verherrlichte; Augusto Giacometti, dessen frühe "tachistisch" verfließenden Abstraktionen zu den ersten Beispielen ungegenständlicher Kunst überhaupt gehören, und von dem wir ein Hauptwerk seiner späteren Zeit vorstellen können. Wir beenden unsere Auswahl mit Künstlern, um die es meistens still geblieben ist, einerseits, weil sie in ihrem Kunstschaffen dem heimischen Zeitgeschmack zu modern waren und daher nur von wenigen Eingeweihten verstanden und gesammelt wurden, wie Walter Jonas und Max Gubler, andererseits, weil schon zu ihren Lebzeiten fast keine Bilder von ihnen zu erwerben waren, so von den beiden Berry's. Vollständigkeit und Kontinuität der einzelnen Kunstrichtungen zu erreichen, das würde die Möglichkeiten einer Galerie überfordern, aber wir sind der Überzeugung, dass uns doch mit dem vorhandenen Material ein kleiner Überblick über die Vielfältigkeit des vergangenen, 200-jährigen Schweizerischen Kunstschaffens gelungen ist. |