Das Porträt
als Bildnis und als Landschaft
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Das Interesse, das man unserer letzten Ausstellung: "Landschaft und Staffage -
ihre Beziehung im Wandel der Zeit" - entgegenbrachte, ermutigte uns, eine
weitere Ausstellung in dieser Art zu gestalten.
Schon lange trugen wir den Gedanken etwas Übergreifendes im Zusammenhang
mit dem Begriff des "Porträts" zu konzipieren; denn im Bewusstsein, wie wenig
Leute nur "Bildnisse" einer Ahnengalerie interessieren würde - ausser von sozialhistorischen Gesichtspunkten aus - erschien uns dann ein Thema, das sich erst
allmählich in vielen Diskussionen dazu herauskristallisiert hatte und auch das
"Porträt" einer Landschaft miteinschloss, interessant genug, um weiter verfolgt zu
werden.
Wie in der Einführung explizit ausgeführt, umfasst der Begriff des "Porträts" aus
seiner historischen Entwicklung heraus, heute weitere Bereiche, als dies uns im
Allgemeinen bewusst ist. In der Kunstgeschichtsforschung Ende des 19. Jhs. gibt
es erste Ansätze, diesen Begriff in seiner gesamten Bedeutung weiter zu differenzieren, d. h., ihn über das "Abbild des Menschen" hinaus auch auf das "Abbilden"
von Natur und Wirklichkeit auszudehnen. Uns interessierte hierbei vor allem das
Problem des "Individuellen", die "Eigen-Art" in der "künstlerischen Darstellung"
und besonders ihre Form und Funktion. Wir meinen im "Individuellen" für
unseren Zusammenhang, nicht nur die individuelle Handschrift des Künstlers,
sondern, dass der Betrachter in einem Bildnis oder einer Landschaftsdarstellung
das "Individuelle" als Charakteristik - "Eigen-Art" erkennt, was er meint, auch
realiter, erfahren zu können.
Wir haben versucht, im Rahmen unserer Galerie, eine Sammlung aufzubauen,
anhand der wir die Problematik dieses Themas beispielhaft aufzeigen konnten.
Dass wir hier natürlich, als private Galerie, Beschränkungen unterlagen, entschuldigt vielleicht für viele Lücken, die wir in unserer Ausarbeitung hinterlassen
mussten. Doch erschien es wichtig, im Bewusstsein um die Vielseitigkeit der
Themenproblematik und auch aus didaktischen Gründen, uns nur auf die Gattung
des "Bildnisses" und der "Landschaftsmalerei" zu beschränken.
Auch wenn die Ausstellung viele Fragen offenlässt, so sind wir der Überzeugung,
zumindest weiterführende Anstösse geben zu können, um den Interessierten
anzuregen, sich dazu über mögliche Antworten Gedanken zu machen.
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